11. April 2021

Gedanken zum Vatertag

Morgen ist Vatertag und ich denke seit Wochen an meinen Papa und dass ich morgen auf den Friedhof gehen möchte, um ihn zu besuchen. Ich war jetzt seit etwas über einem Jahr nicht mehr dort. Seit der Beerdigung meiner Oma um genau zu sein. Mein Vater ist 2009 gestorben und ich bin jetzt selbst seit 3 Jahren Papa und ich finde es unglaublich schade, dass mein Vater meine eigene kleine Familie nie kennenlernen konnte. Ich bin mir sicher, dass er ein ganz stolzer und guter Opa gewesen wäre.

Früher habe ich meine Gedanken sehr oft hier im Blog festgehalten, jetzt tue ich es wieder und hoffe, dass es mir genau wie früher hilft meine Gedanken zu verarbeiten.

Ich habe Angst morgen auf den Friedhof zu gehen, aber ich glaube, dass ich es ihm schuldig bin. Außerdem habe ich diesen Gedanken seit Wochen im Kopf, also will ich das auch durchziehen.

Da mein sich mein Papa und meine Oma ein Grab teilen, wird es nochmal extra schwer, da meine Oma viele Jahre sehr krank war. Aber sie war so stark, sie wollte so gerne ihre Urenkelin erleben. Immer wieder musste sie ins Krankenhaus, aber sie wollte die Geburt erleben. Dann ging es um die Taufe, auch hier wollte sie unbedingt dabei sein. Es folgten der erste und zweite Geburtstag, sie hat miterlebt, wie Finja anfing zu laufen und auch wie sie angefangen hat zu sprechen. Das alles hat ihr immer wieder Kraft gegeben, ich habe sie bewundert dafür, denn der Krebs hatte ihr Leben fest im Griff und die Ärzte konnten nichts mehr machen. Sie war sehr gläubig und unser Pastor hat sie regelmäßig besucht. Als wir uns entschieden haben, dass Finja in den evangelischen Kindergarten gehen sollte, hat sie mit dem Pastor darüber gesprochen, es war ihr ein großes Anliegen, dass Finja in diesen Kindergarten kommt. Als wir dann Bescheid bekommen haben, dass Finja in unserem Wunschkindergarten einen Platz bekommen hat, war sie zufrieden, denn auch diesen Moment wollte sie noch erleben. Wenige Wochen später, wurde sie dann erlöst.

Wenn ich Finja zum Kindergarten bringe, oder sie abhole sehe ich immer das Haus meiner Oma, da es auf dem Weg liegt, ich habe dann oft ein kleines Lächeln auf den Lippen, weil ich an meine Oma denke.

Morgen werde ich diese beiden wichtigen Menschen also wieder besuchen und ich hoffe, dass ich in schweren Zeiten auch die Kraft und den starken Willen meiner Oma haben werde.

Zum Tode meines Vaters habe ich das folgende Zitat hier ins Blog geschrieben und was bleibt sind die Erinnerungen…

Der Tod ist das Ende eines Lebens,
aber nicht das Ende einer Liebe,
die in unserem Herzen
und in unseren Gedanken weiterleben wird.